Standard-Gefahrenhinweise (H-Sätze)
Was sind H-Phrasen und warum sind sie wichtig?
Gefahrenhinweise sind standardisierte Formulierungen, die die Risiken von chemischen Stoffen und Gemischen präzise beschreiben. Es handelt sich nicht um allgemeine Kennzeichnungen, sondern um genaue Angaben zu den Risikomerkmalen – beispielsweise, ob das Produkt Augenreizungen verursacht, entzündlich ist oder eine Gefahr für die Umwelt darstellt.
H-Sätze sind ein integraler Bestandteil des europäischen CLP-Systems (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung), d. h. der Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von chemischen Stoffen und Gemischen, das in der gesamten EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 verbindlich ist. Dieses System basiert auf dem internationalen Rahmenwerk GHS (Global Harmonisiertes System), das von den Vereinten Nationen (UN) geschaffen wurde und die Kennzeichnung von Chemikalien über Länder und Kontinente hinweg vereinheitlicht.
Hauptfunktion von H-Phrasen
H-Phrasen erfüllen mehrere wichtige Funktionen:
Gesundheitsschutz – Informieren Sie Arbeitnehmer, Verbraucher und Rettungsdienste über die vom Produkt ausgehenden Risiken – z. B. „H314 – Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden“.
Standardisierung – Dank der standardisierten Nummerierung haben H-Phrasen eine klare Bedeutung, die in allen EU-Sprachen erhalten bleibt – was die Übersetzung, Überprüfung und das Verständnis über verschiedene Sprachen und Länder hinweg erleichtert.
Rechtlich bindend – Die Angabe dieser Informationen auf Etiketten und Sicherheitsdatenblättern ist obligatorisch und rechtsverbindlich. Falsche Verwendung (z. B. Paraphrasierung oder mangelhafte Übersetzung) kann rechtliche Konsequenzen haben.
Wie werden H-Phrasen unterteilt?
Verwendung von H-Phrasen in der Praxis
Im Sicherheitsdatenblatt (SDB)
H-Sätze spielen eine Schlüsselrolle bei der Information der Anwender über spezifische Risiken. Sie erscheinen hauptsächlich in Abschnitt 2.2 des Sicherheitsdatenblatts, zusammen mit:
P-Sätzen (Hinweise zur sicheren Handhabung),
Signalwörtern („Gefahr“ oder „Warnung“).
Ihr Text muss dem offiziellen Text gemäß Anhang III der CLP-Verordnung entsprechen.
Es ist nicht erlaubt:
eigene Übersetzungen anzufertigen,
den Text zu verändern,
ihn zu paraphrasieren.
Beispielsweise lautet der Satz H319 in der tschechischen Übersetzung immer: „Verursacht schwere Augenreizung.“
Er darf nicht beispielsweise umgeschrieben werden in: „*Kann die Augen reizen.“ – ein solcher Text entspricht nicht den rechtlichen Anforderungen und kann zur Ungültigkeit des Etiketts oder zu Bußgeldern führen.
Auf dem Etikett
Das Etikett ist oft das einzige Dokument, das dem Verbraucher zur Verfügung steht. Es muss daher alle Informationen enthalten, die eine sichere Handhabung ermöglichen – und gleichzeitig den gesetzlichen Anforderungen der CLP-Verordnung entsprechen.
Die H-Sätze auf dem Etikett müssen:
gut lesbar und sichtbar sein (korrekte Schriftgröße, ausreichender Kontrast),
entsprechend der Einstufung des gesamten Gemischs oder Stoffs angegeben sein,
vollständig und ohne Abkürzungen angegeben sein.
Die Reihenfolge der einzelnen H- und P-Sätze auf dem Etikett ist nicht festgelegt – der Lieferant kann sie nach eigenem Ermessen wählen. Wichtig ist jedoch, dass:
die Sätze nach Sprachen gruppiert sind – Tschechisch darf nicht mit anderen Sprachen innerhalb eines Abschnitts vermischt werden,
die Sätze exakt dem Wortlaut der CLP-Verordnung entsprechen, ohne Abkürzungen oder Änderungen – mehrsprachige Etiketten sind klar getrennt und alle Sprachversionen vollständig.
Das Etikett muss außerdem Folgendes enthalten:
Gefahrenwarnsymbole (z. B. Flamme, Totenkopf, Ausrufezeichen),
Signalwort („Gefahr“ oder „Warnung“),
P-Sätze – Anweisungen für die sichere Handhabung, z. B. „Schutzbrille tragen“.
Neue EUH-Formulierungen unter den Standardformulierungen
Im Zuge der Überarbeitung der CLP-Verordnung wurden neue Formulierungen mit der Bezeichnung EUH eingeführt. Diese erweitern das bestehende Kennzeichnungssystem um zusätzliche spezifische Risiken, die im GHS noch nicht berücksichtigt wurden. Anders als die bisherigen Informationszusätze haben diese neuen EUH-Formulierungen den Status von Standardgefahrenhinweisen.
EUH – Überblick über die neuen EUH-Standardformulierungen:
Ähnlich wie die H-Sätze müssen auch diese neuen EUH-Sätze auf Etiketten und Sicherheitsdatenblättern erscheinen, wenn das Produkt die Kriterien für die Einstufung erfüllt. Ihre Einführung stellt einen weiteren Schritt der EU über das GHS hinaus dar und spiegelt den aktuellen Stand der Wissenschaft wider – insbesondere in den Bereichen endokrine Disruptoren und Umweltschutz.
Liste der H-Phrasen
H2xx – Physikalische Gefahren
H3xx – menschliche Gesundheit
H4xx – Umfeld
Ressourcen
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